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Strandhotel Kurhaus Juist

Mit 80 großzügigen Suiten und Appartements in gehobener Ausstattung, dem Restaurant & Bar im imposanten „Weissen Saal“, einem Thalasso SPA und Wellnessbereich mit Sauna, Schwimmbad und Fitnessbereich auf über 2000qm, einer im Sommer geöffneten Rooftop Bar, einem betreuten Kindertreff und Dünengarten bietet das Hotel beste Voraussetzungen für unvergessliche Urlaubstage für Jung und Alt, Familien, Paare, Naturliebhaber und Strandfreunde.

Die Suiten und Apartments haben Größen von 32qm-110qm, sind ausgestattet mit komfortablen Boxspringbetten, einen großzügigen Wohnbereich, eine vollständig ausgestatteten Küche und modernem Bad mit begehbarer Dusche oder Badewanne. Ein Großteil der Zimmer verfügt über Balkon oder Terrasse und bietet eine atemberaubenden Blick auf die Nordsee, die Insel und das Wattenmeer.

Den schönsten Ausblick über die ganze Insel können die Gäste des Hauses aus der imposanten Kuppel und den Dachterrassen genießen und bei einem kühlen Drink den Sonnenuntergang erleben – oder bei Nacht romantisch den Sternenhimmel beobachten.

Wer sich sportlich betätigen möchte, ist auf Juist richtig – Joggen am Strand, Schwimmen im Meer oder Meerwasserbad, Tennis, Strandsportprogramme, Salsa-Nächte, Surfen, Segeln, Minigolf, Windsurfen und Kitesurfen oder Ausritte am Strand – es gibt für nahezu jeden die richtige Beschäftigung.

Und auch kulinarisch ist das Strandhotel und die Insel Juist bestens aufgestellt – regionale Fischspezialitäten, Tapas Bars, unzählige Cafés mit Meerblick, Fine Dining, Domänenhöfe, Beach Bars und Strandpartys runden das Angebot ab.

Mit dem Fahrrad oder E-Bike lassen sich in nur kurzer Zeit die Inselenden mit den Domänenhof Bill erreichen und laden ein zu Spaziergängen durch die Salzwiesen, Wäldchen und Dünenlandschaften. Doch Vorsicht ist geboten! Wer sich einmal in Juist verliebt hat, kann nicht mehr ohne und wird in den meisten Fällen zum Wiederholungstäter!


Das Strandhotel Kurhaus Juist ist das historische Wahrzeichen auf der autofreien NordseeInsel Juist im UNESCO Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer und eines der imposantesten und größten Hotels in der südlichen Nordsee.

In einmaliger Lage, direkt am 17 km langen, feinen Juister Strand, bietet das Hotel die besten Voraussetzungen für erholsame und entschleunigte Urlaubstage am Meer. Mehrfach wurde die Insel zu einer der schönsten Inseln Europas und auch weltweit gewählt.

Bereits die Anreise ab Norddeich mit der Fähre oder Schnellboot bekommt ein besonders Flair. Auf der Insel geht es dann weiter per Rad, zu Fuss oder Pferdekutsche. Hektik und Lärm, Abgase, Parkplatzsuche sucht man hier auf Juist vergebens.

Vom Hafen sind es 700m bis zu unserem Hotel – nur 50m weiter stehen Sie am Strand.

Unser Café-Restaurant-Bar „Weißer Saal“ bietet ein einzigartiges Ambiente für genussvolle und gesellige Stunden. Hier genießen Sie Ihr Frühstück von 8-11 Uhr. Der gemütliche Saal im Jugendstil lädt zu einer ostfriesischer Teezeit mit Kuchen und Waffeln zum Verweilen ein – selbstverständlich können Sie auch den atemberaubenden Ausblick über die Insel, Nordsee und Wattenmeer von der Kuppel bei einer Kaffeespezialität genießen. Abends bietet die Bar eine große Auswahl erlesener Weine, Biere und Cocktails. An schönen Sommertagen kann bei uns auf den Dachterrassen bei gemütlicher Musik der Sonnenuntergang genossen werden. Unser Restaurant bietet von März bis November regionale und saisonale Speisen, ob Fleisch, Fisch oder vegetarisch, an.

Von 17.30-21.00 hat unser Kids Club geöffnet und Sie können Ihr Dinner genießen während Ihre Jüngsten bestens betreut werden.

Ein Frühstück wie ein guter Atemzug am Meer!

Im Strandhotel Kurhaus Juist beginnt der Tag bewusst und mit Genuss. Unser Vitalfrühstück greift die Idee des klassischen Kurhauses auf: ankommen, entschleunigen, regenerieren, Kraft schöpfen.

Wir setzen auf hochwertige norddeutsche Produkte, bewusste Zubereitung und Zutaten, die dem Körper guttun. Über hochwertige Backwaren, Wurst- und Käsespezilitäten aus der Region, Cerealien, Poridge, Eiergericht mit BIO-Eiern, frisches Obst der Saison, Quark, Skyr, frische Kräuter, Fisch und feine Gewürze sorgen für Balance statt Schwere – mit warmen Komponenten, Kräutertees und bekömmlichen Kombinationen – entsteht ein Frühstück, das nicht überfordert, sondern stärkt. Regional, ehrlich und im Rhythmus der Jahreszeiten.

Selbstverständlich gegen wir auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse ein – bitte teilen Sie uns Unverträglichkeiten und Ähnliches mindestens 14 Tage vor Anreise mit.

Weit blicken und genießen

Einfach atemberaubend – der Ausblick auf die Nordsee und die Insel aus unsrer Kuppel und von den Dachterrassen. In den Sommermonaten bei gutem Wetter haben wir unsere Rooftopbar für Sie geöffnet. Genießen Sie Sonnenuntergänge in gemütlicher Atomsphäre.

Alle, denen die Nordsee zu kalt oder zu wild ist, können in unserem Pool bei gemütlichen 31°C ihre Bahnen ziehen. Dieser ist täglich ab 7.30 bis 21.00 Uhr für Sie geöffnet. Um allen Wünschen gerecht zu werden, haben wir spezielle Zeiten für Jung (Splash Hour) und Alt (Silent Pool).

Mit unserem hauseigenen Pool haben wir für unsere Gäste eine besondere Erholungsoase geschaffen. Das beheizte Wasser im geschützten und überdachten Schwimmbad kann das ganze Jahr über genutzt werden. Genießen Sie schon vor dem Frühstück eine Sporteinheit im kühlen Nass oder erleben Sie feuchtfröhliches Vergnügen mit der ganzen Familie in unserem Pool. Unser Hotel stellt Ihnen auf Wunsch gern das nötige Equipment für Aqua-Fitness und individuelles Training bereit.

Sie möchten nach einem abwechslungsreichen Tag ganz in Ruhe ausspannen? Gönnen Sie sich eine Auszeit und besuchen Sie unsere Saunalandschaft. Einfach mal abschalten, um neue Kräfte und Energie zu tanken.

Genießen Sie wohltuende Düfte und das Zischen bei Ihrem persönlichen Aufguss in der finnischen Sauna, im Dampfbad oder Lanconium – In der beruhigenden und harmonischen Atmosphäre des Le S.P.A. können Sie sich ganz auf sich selbst konzentrieren und ein paar relaxte Stunden für Körper, Geist und Seele verbringen.

Sauna, Schwimmbad & Fitnessraum sind unseren Hausgästen vorbehalten.

Revitalisierende Fitness

Finden Sie die optimale Balance aus Energie für den Körper & geistige Gelassenheit. Ein Aufenthalt im Strandhotel Juist klappt Ihnen einen Fächer vitaler Optionen für eine Fitness-Auszeit auf. Unter den einzigartigen Melodien kreischender Möwen und heranrollender Meeresbrandung lockt die mineralische Luft zur sportlichen Aktivität im Outdoor-, aber auch Indoor-Bereich. Mit unserem Fitness-Angebot integrieren Sie Ihr Work-out in Ihren persönlichen Tagesplan und schöpfen aus zahlreichen Möglichkeiten, Körper und Geist fit zu halten.

Sport treiben und den feinkörnigen Sand unter den Fußsohlen spüren? Das Walking am Meer versetzt Ihren gesamten Körper in einen Zustand völliger Losgelöstheit. Während Sie ihn leistungstechnisch fordern, atmen Sie die frische Luft des Meeres – Sauerstoff-Flash pur!

Als unser Gast können Sie kostenlos an einem vielfältigen Wochenprogramm teilnehmen. Strandsport, Yoga, Thai Chi und vieles mehr...

Ein Paradies für Kinder

Kinder sind das Schönste und Wertvollste auf unserer Welt. Um sich für die kleinen Zwerge zu stärken, ist es für Mama und Papa ab und an notwendig ein paar Stunden für sich alleine zu haben.

Bei uns genießen Sie vor allem in den Ferienzeiten den perfekten Urlaub mit Kind. In unserem betreuten Kindertreff, einzigartig auf dieser Insel, ist Ihr Nachwuchs (ab 3 Jahren ohne Eltern) bei uns in den allerbesten Händen. Erfahrene Erzieherinnen betreuen die Kleinen täglich.

Unser Treffpunkt mit allem ausgestattet, was die Herzen unserer jüngsten Urlauber höherschlagen lässt: hier können die jüngsten Gäste des Hauses nach Herzenslust spielen, basteln, singen und einfach fröhlich sein. Es gibt eine Puppenecke, eine Leseecke und viel Platz zum Spielen und Basteln. Kein Wunder, dass die kleinen Gäste jeden Tag gerne wiederkommen. Sehr oft entstehen hier Freundschaften fürs ganze Leben.

Über die aktuellen Öffnungszeiten des Kindertreffs informieren Sie sich bitte an der Rezeption.
Auf Anfrage kann ein individueller Termin zur Kinderbetreuung vereinbart werden.

Der Kids Club ist für unsere Gäste kostenlos.

Unser Haus ist hundefreundlich – so lange Ihr Hund freundlich ist! In unsren Galerie-Appartements dürfen Sie Ihren vierbeinigen Begleiter gerne mitbringen.

Auf Juist unterliegen Sie jedoch aufgrund des Nationalparks Wattenmeer einer ganzjährigen, strengen Leinenpflicht auf der gesamten Insel. Spezielle Hundestrände befinden sich im Osten (Karl-Wagner-Straße) und Westen (Domäne Loog). In der Hauptsaison (15.04.–15.10.) herrscht am restlichen Badestrand Hundeverbot.

Wichtige Informationen für den Urlaub mit Hund auf Juist:

  • Leinenpflicht: Auf der gesamten Insel gilt vom 01.03. bis 15.11. sowie 20.12. bis 15.01. Leinenpflicht. Hunde müssen auch am Strand und an den Hundestränden immer angeleint sein.
  • Hundestrände: Ausgewiesene Hundestrände befinden sich im Loog (Strandabgang Loog) und im Osten (nahe Karl-Wagner-Straße).
  • Hundeauslaufplatz: Ein eingezäunter Platz mit Agility-Geräten befindet sich im Ostdorf am Ende des Deiches, wo Hunde frei laufen können.
  • Nationalpark: Die Dünen sind absolutes Schutzgebiet. In der Zeit vom 01.04. bis 31.07. (Brutzeit) müssen Hunde auf den markierten Wegen bleiben.
  • Wattwandern: Es wird empfohlen, Hunde bei Wattwanderungen aufgrund scharfer Muscheln zu schonen.

Hinter dem Strandhotel Kurhaus Juist öffnet sich der idyllische Dünengarten – ein geschützter Rückzugsort zwischen Meer, Weite und Natur. Sanft verwunschene Bäume, frische Nordseeluft und die Ruhe der Insel schaffen eine Atmosphäre zum Ankommen und Durchatmen.

Auf der großzügigen Yogawiese finden achtsame Bewegungs- und Entspannungseinheiten unter freiem Himmel statt. Der gemütliche Grillplatz lädt zu geselligen Abenden und kulinarischen Momenten im kleinen Kreis ein.

Ob aktiv oder ganz entspannt – hier darf die Seele baumeln und der Alltag in weite Ferne rücken.
Ein Ort der Begegnung, der Leichtigkeit und der besonderen Kurhaus-Momente.

Schluss mit der Home-Office-Routine!

Unser Hotel bietet Ihnen die ideale Umgebung, um Ihre Arbeit effektiv zu erledigen und gleichzeitig die Seele baumeln zu lassen. Wir bieten Ihnen geräumige Suiten mit Arbeitsbereich und Schreibtisch oder Tageweise einen Quiet Desk in unserem Coworking-Space, mit High-Speed-Internet und zusätzlichen Monitor, Drucker- Alles was Sie für einen Tag Urlaubsoffice brauchen.

Verbinden Sie Ihre Aufgaben mit Strandspaziergängen, Surfsession, Yoga-Kursen, Wellness,…und genießen Sie nach Feierabend den vollen Hotelservice.

Ihre Workation-Vorteile:

  • High-Speed WLAN im gesamten Hotel
  • Ergonomische, ungestörte Arbeitsplätze (im Zimmer oder Co-Working Space)
  • Pausengestaltung mit Natur, Wellness oder Sport
  • Kreativer Austausch in inspirierender Umgebung
  • Für Workation erfragen Sie unsre Speziellen Longstay Raten von Oktober bis April

Das Strandhotel Kurhaus Juist ist heute ein Juwel der deutschen Nordseeküste. Dies war nicht immer so...

Eröffnung 1898

Mit der Eröffnung und Anerkennung der Seebäder, den sich zunehmend verbessernden Verkehrsanbindungen und den medizinwissenschaftlichen Erkenntnissen der Balneologie (Meerwasserheilkunde), setzte im ausgehenden 19. Jahrhundert ein verstärktes Reiseaufkommen in die Seebäder ein. Hotelbauten der damaligen Zeit entsprachen dem Wunsch der Seebadgäste nach repräsentativer Unterbringung, Therapie und Amusement, Abgeschiedenheit und Exklusivität.

Im Jahr 1840 wird Juist als Seebad anerkannt. Die vom Fischfang lebende Bevölkerung erhofft sich wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Vorbild anderer Seebäder, beispielsweise des Inselnachbarn Norderney.

Das 1898 nach nur neunmonatiger Bauzeit eröffnete „Kurhaus Juist“ ist Zeugnis und Denkmal der Epoche des nach Selbstpräsentation strebenden Bürgertums. Dem Vorbild des Adels nacheifernd, gönnten sich die höheren Gesellschaftsschichten Fluchten aus dem Alltagsleben – man fuhr in die „Sommerfrische“. Bauträger war eine Investorengesellschaft aus Norden, ein Konsortium bürgerlicher Industrieller.

Der weiße Luxusbau mit 4220 Quadratmetern Gesamtnutzfläche in exponierter Lage wurde von den Juistern – die Insel zählte damals 85 Backsteinhäuser – durchaus kritisch gesehen.

Architektur der Luxusklasse

Im Erdgeschoss des östlichen Flügels befanden sich mehrere Läden, denen eine breite offene Wandelhalle vorgelagert war. Das Zwischengeschoss enthielt die Lagerräume der Ladeninhaber. In den beiden oberen Geschossen befanden sich 30 geräumige „Logierzimmer“ (Gästezimmer), wobei von jedem Zimmer des ersten Obergeschosses der Zugang auf das als Terrasse ausgebaute Dach der Wandelhalle möglich war.

An der Nordfassade des Hauptflügels befand sich damals eins sehr repräsentativer Haupteingang, den man über eine lange Freitreppe erreichte. Vom überhöhten Erdgeschoss mit Eingangshalle (Vestibül) und Rezeption hatten die Gäste Zugang zu den Zimmern in den oberen Etagen und zu mehreren Gesellschaftsräumen – dem „Weißen Saal“ sowie Musik-, Kaffee- und Spielzimmern, die bei gesellschaftlichen Anlässen auch Nicht-Hotelgästen zur Verfügung standen. Die öffentlichen Räumlichkeiten waren entsprechend ihrem Repräsentationsgrad mit aufwendiger Stuckornamentik verziert.

Auf dem Haus befand sich ein einfaches gläsernes Satteldach, welches die Eingangshalle mit Licht versorgte. Deutlich erkennbar auf alten Postkarten sind auch vier Figuren aus der griechischen Mythologie auf dem Hauptflügel und mehrere Amphoren, die das Dach schmückten. Dies waren Titanen, Nereiden (Meerjungfrauen) sowie Hygieia, die Göttin der Heilkunst. Vermutlich sind diese Figuren im 2. Weltkrieg zerstört worden.

Die drei geräumigen Salons im ersten und zweiten Geschoss des Hauptflügels waren als abgeschlossene Familienwohnungen gestaltet. Der im ersten Geschoss zur Nordseite hin gelegenen Wohnung – heute Salon „König von Sachsen“ – kam ein besonders hoher Rang zu; sie hatte einen separaten, direkt über dem Eingang gelegenen Balkon mit exquisitem Meerblick und war dem Adel vorbehalten. Auf alten Plänen wird sie als „Fürstenwohnung“ bezeichnet.

Von Anfang an verfügten die Salons ebenso wie der „Weiße Saal“ und die anderen Gesellschaftsräume über Dampfheizung und elektrisches Licht.

Ein Bau im Wandel der Zeiten

Schon bald nach der Eröffnung im Juli 1898 wird das Kurhaus in Teilen umgebaut. Um die Jahrhundertwende, spätestens nach der Orkanflut im Jahr 1906, wurden sowohl die offene Wandelhalle mit dem dahinter gelegenen „Weißen Saal“ zur Seeseite hin als auch die Südterrasse, die ebenfalls direkt an den Saal grenzte, als dem Nordseeklima nicht gewachsene Baustrukturen geschlossen. Die Wandelhalle vor den Läden des östlichen Logierflügels wurde in den 20er Jahren geschlossen.

Nach einer fünfjährigen Unterbrechung aufgrund des ersten Weltkriegs wurde das Haus in den 1920er Jahren über Juist hinaus bekannt für seine gesellschaftlichen Anlässe wie Konzerte und Tanzabende im großen Saal. Der Fremdenverkehr auf Juist gedieh: nicht mehr nur der Adel und das gehobenes Bürgertum der Industriellen besuchten die Insel, sondern sie wurde mehr und mehr auch zum Ziel breiterer Bevölkerungsgruppen.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Der erblühende Fremdenverkehr auf Juist fand mit dem zweiten Weltkrieg ein vorläufiges Ende. Der Strand war gesperrt und abgezäunt, das vorgelagerte Meer vermint, der Fährverkehr wurde nur eingeschränkt und nur für Berechtigte und Insulaner aufrecht erhalten. Im Kurhaus waren Soldaten einquartiert und auf dem Dach des Hauses installierte man aufgrund der exponierten Lage eine leistungsfähige Flugabwehr. Von hier oben wurden englische Bomberstaffeln, die sich auf dem Weg nach Hamburg und Wilhelmshaven an der deutschen Nordseeküste orientierten, beobachtet und beschossen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus von Eduard Oldewurtel übernommen und als Hotel betrieben. Im August 1954 überschrieb er das Eigentum von Kurhaus und Strandhotel sowie den Logier- und Verkaufshausanbau mit Wandelhalle seinem Sohn Hans Günther. Dieser verpachtete es mit Wirkung ab 1. Januar 1965 für 20 Jahre an die Europäische Gesellschaft für Kur- und Erholungshäuser e.V.

Im Januar 1976 veräußerte Hans Günther Oldewurtel den Besitz an Werner Kley von der Kley Gastronomie GmbH & Co. in Hamm, der mit einem Freundeskreis die Juister Kommanditgesellschaft gegründet hatte. Im selben Jahr wurde die Elektroinstallation erneuert, ebenso die Heizungsanlage. In die Zimmer wurden Sanitärzellen mit Dusche, WC und Waschbecken eingebaut. Die hohen Decken wurden mit Paneelbrettern herabgezogen – aus heutiger Sicht eine Bausünde, ebenso wie die Verlegung fest verklebbarer Textilfußböden auf den Fliesen und Hobeldielen, welche hierdurch bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt wurden.

1977/78 realisierte die Kurhaus KG ein überdachtes Schwimmbad mit entsprechenden Räumen und Sauna auf der Südseite des Saaltraktes, wo sich die ehemals offene Holzveranda befunden hatte.

Der „Schandfleck von Juist“

Anfang der 1980er Jahre nimmt der Sanierungsstau immer größere Ausmaße an. 1983 wird der Hotelbetrieb eingestellt. Man bittet das Institut für Denkmalpflege um Stellungnahme zu den anstehenden Maßnahmen. Dieses stellt den Weißen Saal und die Fassade unter Denkmalschutz – aufgrund fehlender Mittel für denkmalschutzgerechte Maßnahmen erfolgt keine weitere Sanierung des Hauses.

1990 wird die Hotelanlage mit ihren 104 Appartements zwangsversteigert und geht über in den Besitz des Kerpener Vermögensverwalters Herbert Hillebrandt. Auch dieser führt die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten nicht durch, das Haus verfällt mehr und mehr. Es regnet durch das undichte Dach, der Wind zieht durch defekte Fenster, es wächst aus den Dachrinnen. Die „Welle", ein verpachteter Kneipenbetrieb auf der westlichen Seite muss Anfang der 1990er Jahre als letzter noch betriebener Teil des Hauses seine Türen schließen.

Trotz diverser Ideen zur Wiedernutzbarmachung geschieht im und am Kurhaus, das zunehmend verfällt, gar nichts. Nach vier weiteren Jahren befindet sich das Haus in einem so desolaten Zustand, dass es von Insulanern und Gästen als „Schandfleck der Insel“ bezeichnet wird.

Das Wunder von Juist

1995 entscheidet sich die Commerzbank zur Inangriffnahme des Projektes und beginnt mit der Rekonstruktion zur Wiederinbetriebnahme des Kurhauses als Hotel mit 75 Suiten und Residence mit zu veräußernden Eigentum-Appartements. Damit stehen der Bank als auch einer Reihe von Fachleuten zweieinhalb aufwendige und aufregende Jahre bevor. Dem hohen kulturellen und denkmalpflegerischen Anspruch des Bauprojekts werden die Beteiligten mit viel Idealismus gerecht.

Namhafte Fachleute aus ganz Europa werden mit Sanierungs und Baumaßnahmen betraut, wie z.B. der denkmalschutzgerechten Wiederherstellung des prunkvollen Weißen Saals, der aufwendigen Sanierung der Fassade, der Verlegung der Parkett- und Marmorfußböden, aufwendigen Stuckarbeiten. Das Haus wird vollständig entkernt, nur noch Außenwände stehen, welche aufwendig abgestützt werden. Im Grunde wird das Haus, abgesehen von der äußeren Struktur, neu errichtet.

1998, genau 100 Jahre nach dem Bau, eröffnet ein Gebäude seine Türen, das von innen und außen schöner ist als je zuvor. Die Krönung ist eine in Anlehnung an den Berliner Reichstag konzipierte Glaskuppel, die einen grandiosen Blick von oben über Juist und alle angrenzenden Wasserflächen bietet, bis Norderney/Helgoland auf der einen und Borkum/Memmert/Eemshaven auf der anderen Seite.

Es entstehen luxuriöse und bestens ausgestattete Eigentumswohnungen, welche von den Eigentümern der Vermietung an Gäste zur Verfügung gestellt werden.

2003 übernimmt eine kleine Gruppe deutscher privater Investoren die Hotelbetriebsgesellschaft und mehrere Appartements für den Hotelbetrieb. Im März 2020 übernimmt die AME Beteiligungs- und Beratungs GmbH das Geschäft und führt mehrere Baumaßnahmen durch wie die Modernisierung der Galerie-Außenappartements und die des „Weißen Saals“ .

2025 übernimmt die Asteria Hospitality GmbH den Hotelbetrieb. Ziel der Betreiber unter Roland Otto, Dr. Franz-Georg von Busse und Lars Johannsen ist die Erhaltung dieses Nordsee-Juwels und seine behutsame Erneuerung, so dass die überregionale Bekanntheit noch viele Jahre Bestand hat.

Die großen Suiten wurden nach bekannten Persönlichkeiten, die dort logierten, bezeichnet.

Salon König von Bulgarien

Ferdinand I. wurde als Prinz von Sachsen-Coburg-Kohdry am 26. Februar 1861 in Wien geboren. Rund 500 Jahre stand Bulgarien unter türkischer Herrschaft. Nach dem russisch-türkischen Krieg 1877/78 erhielt das Land die teilweise Unabhängigkeit. Am 7. Juli 1887 wählte die bulgarische Nationalversammlung den Prinzen Ferdinand zum Fürsten von Bulgarien, aber erst 1896 wurde er von Rußland und der Türkei anerkannt. 1908 erklärte Ferdinand I. die volle Unabhängigkeit seines Landes und sich zum König bzw. Zar der Bulgaren. 1909 erhielt er die Anerkennung der Türkei und der übrigen Mächte. Er führte die beiden Balkankriege mit wechselndem Erfolg. Im Herbst 1915 trat Ferdinand I. an der Seite Deutschlands und Österreichs in den ersten Weltkrieg ein. Nachdem der Krieg verloren war, dankte er am 3. Oktober 1918 zugunsten seines älteren Sohnes Boris ab. Ferdinand starb am 10. September 1948 in Coburg. Im August 1922 residierte der Zar im Kurhaus.

Zar Ferdinand von Bulgarien ca. 1920

Salon König von Sachsen

König Friedrich August III. von Sachsen besuchte in den Jahren 1907 und 1912 die Insel Juist mit Familie und Hofstaat. Beide Male residierte er im Kurhaus. Für ihn war eigens eine Telefonleitung nach Dresden gelegt worden. Obwohl der König 1912 mit Zeremonienmeister Flügeladjudanten und großem Gefolge erschienen war, hatte er einen wichtigen Mann vergessen — seinen Barbier. Also rückte der Insel-Barbier täglich mit seinem Köfferchen an und nach drei Tagen geschah, was geschehen mußte: ein kleiner Schnitt in die königliche Wange. „Mein Gutester, das kommt vom Saufen!“, tadelte der König seinen ostfriesischen Schnittmeister. Gelassen und schlagfertig gab der Ostfriese zurück: „Jawoll Majestät, davon wird die Haut so spröde.“ Nach Ausrufung der Republik dankte König Friedrich August IIL am 13. November 1918 mit dem Ausspruch ab: „Macht doch Euren Dreck alleene!“

König Friedrich August III. von Sachsen um 1910

Salon Waldemar Bonsels

Der Schriftsteller Bonsels (1881-1952) ist ebenfalls im historischen Gästebuch des Kurhauses verzeichnet. Seit seinem 17. Lebensjahr unternahm er Reisen und Wanderungen in Europa, Indien, Ägypten und Nordamerika. Er schrieb Reiseberichte, Romane und Erzählungen mit der Neigung zum Märchenhaften und zur Naturmystik. Besonders bekannt wurde die von Kindern und Erwachsenen geliebte Erzählung „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ aus dem Jahr 1912.

Waldemar Bonsels

Salon Droste-Hülshoff

Aus dem berühmten Adelsgeschlecht wohnte viele Male Freiherr Droste zu Hülshoff, ein Nachfahre der berühmten Schriftstellerin, im Kurhaus Juist. Die bekannteste Repräsentantin dieser Adelslinie ist Annette von Droste-Hülshoff. Sie wurde am 10. Januar 1797 in der Wasserburg Hülshoff bei Münster in Westfalen geboren und verstarb am 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee. Ihr dichterisches Werk umfasst Heidebilder, Balladen, Vespern und Novellen. Besonders bekannt und berühmt wurde sie mit der Novelle „Die Judenbuche“. Ihre Dichtung verbindet Herbheit mit fraulicher Empfindung. Hellsicht für das Kleinste und für das ganze der Natur mit ihrem Untergrund des Unheimlichen. Droste-Hülshoff gilt als die bedeutendste Dichterin des 19. Jahrhunderts.

Salon Mr. Wurlitzer

Der Deutsch Amerikaner Fritz Rudolph Wurlitzer residierte 1906 im Kurhaus Juist. Er entwickelte um 1880 eine elektronische Orgel für „weltliche Zwecke“ . Sie verfügte über zahlreiche Stimmen, Misch- und Geräuschregister und elektrische Spielhilfen. Ein Instrument, das ein ganzes Orchester nachahmen sollte. Seine größte Verbreitung fand es in der Zeit des Stummfilms, wo es — vor allem in den USA — in ungezählten Kinos als Begleitinstrument eingesetzt war. Abgelöst wurde die Wurlitzer Orgel von modernen elektronischen Instrumenten, den Keyboards.

Kaminbar Münchhausen

Der Eintrag „Baron und Baronin von Münchhausen“ in das Gästebuch des Kurhauses löst in der Phantasie des Lesers eine Initialzündung aus. Hinter dem Namen verbirgt sich ein niedersächsisches Uradels-Geschlecht, das 1183 erstmals urkundlich erwähnt wird und sich Mitte der 1260er Jahre in eine „Weiße Linie“ und eine „Schwarze Linie“ teilt. Zu den bedeutenden Vertretern der Münchhausen zählt der Schriftsteller Börries Freiherr von Münchhausen (1874-1945). Er schrieb unter dem Pseudonym H. Albrecht und gilt als Hauptvertreter der neueren deutschen Balladendichtung, einer Gattung, die seiner aristokratischen Lebensauffassung und virtuoser Sprachbeherrschung in wunderbarer Weise entsprach. Als „Lügenbaron“ ging Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen (1720-1797) in die Geschichte ein. Der Gutsbesitzer und Offizier in russischen Diensten war schon zu Lebzeiten als ausgezeichneter Erzähler von Anekdoten, Kriegs-, Reise- und Jagdabenteuer bekannt. Die ersten Abenteuer- und Lügengeschichten erschienen 1781-1783 ohne sein Wissen anonym in der Zeitschrift „Vademecum für lustige Leute“ .

Im Foyer des Hauses finden Sie unser historisches Gästebuch in einer Vitrine. Es ist Zeugnis einer großen Epoche des Juister Fremdenverkehrs mit namhaften Einträgen aus Wirtschaft, Adel und gehobenem Bürgertum.

  • Erste Eintragung vom 14.07.1898
  • Letzte Eintragung vom 30.08.1936
  • Unterbrechung vom 01.08.1914 (Mobilmachung für den 1. Weltkrieg)
  • Wiederaufnahme des Betriebes am 26.09.1919

Die Saison beginnt meist Anfang Juni mit einer Gesellschafterversammlung der Gesellschafter der Juister Baugesellschaft (im wesentlichen Familienmitglieder der Familie ten Doornkaat-Koolmann) und endete Anfang/Mitte September. Die Zahl der Gäste schwankte zwischen 500 und 600 pro Saison. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Zimmer betrug 100. Viele Räume, die heute der Unterbringung von Gästen dienen, waren damals anderen Zwecken gewidmet, nämlich als Musikzimmer, Bibliothek (Lesezimmer), Kaffee- oder Teezimmer, Salon- oder Spielzimmer, aber auch Läden und Konditorei.

Herkunft der Gäste

Die Mehrzahl der Gäste stammten aus dem damaligen deutschen Kaiserreich. So sind Gäste aus allen großen deutschen Städten vertreten: Berlin, Hamburg, Köln, Dresden, Leipzig etc. Aus den Herkunftskonten kann man die Ausdehnung des deutschen Kaiserreichs erkennen: Nicht wenige Gäste kamen aus dem damals deutschen Elsass, Straßburg und Metz, aber auch aus Breslau, Königsberg und Thorn. Aber auch nicht wenige Gäste internationaler Herkunft sind verzeichnet: Amsterdam, Genf Kairo, London, New York, Oslo, Paris, Wien, St. Petersburg, Singapur, Stockholm, Prag, Kobe (Japan). Hier handelt es sich oft um deutsche Kaufleute und Diplomaten, die beruflich im Ausland tätig waren und sich auf Heimaturlaub befanden. Der Schwerpunkt der Gäste kam allerdings schon damals aus dem heutigen Nordrhein-Westfalen.

Wiedergabe der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse

An den Berufsbezeichnungen der Gäste (damals als Stand bezeichnet) kann man die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse ablesen. Zunächst fällt die hohe Zahl der Adligen und Offiziere auf Daneben gab es aber auch viele selbständige Kaufleute, Fabrikbesitzer, Architekten und Apotheker. Auch die übrigen freien Berufe sind reichlich vertreten: Ärzte, Journalisten, Rechtsanwälte und Gutsbesitzer.

Auch Künstler wie Musiker, Maler und Schauspieler besuchten Juist. Auffallend ist die relativ hohe Anzahl häufig wiederkehrender Namen, bereits damals war der Anteil der Stammgäste bemerkenswert hoch.

Die „hohen Herrschaften“ reisten meistens nicht allein, sondern sie waren oft in Begleitung oder „mit Kinderfräulein, Gouvernante, mit Bedienung oder mit Mädchen“. Aus dem Kreis der zahlreichen Künstler sind hervorzuheben: Königlicher Hofopernsänger, Portraitmaler, Hypnotiseur, Oratorien- und Konzertsänger, Königliche Schauspielerin, Impresario der Baronin von Wolzogin

Besonders klangvolle Namen unter den Gästen

  • König Ferdinand von Bulgarien
  • Seine Durchlaucht Prinz Karl von Ratibor und Corvey
  • Ihre Durchlaucht Prinzessin Elisabeth von Ratibor
  • Ilse von Strauß und Torney
  • Otto Graf zu Stollberg-Werningerode
  • Freiherr Droste zu Hülshoff Fürstin Salm
  • Baron von Schorlemer
  • Graf und Gräfin zu Castell-Castell
  • Karl Fürst zu Castell
  • Freiherr Schenk zu Schweinsberg
  • Graf Oeynhausen, Königlicher Badekommissar
  • Emma Fürstin zu Solms-Lich
  • Graf Alvensleben-Neugattersleben mit Diener
  • Seine Exzellenz Ludendorf, General der Infanterie
  • Familie von Papen
  • Erbgrafzu Solms-Rödelheim

Gästenamen, die auch heutigen Gästen noch etwas sagen:

  • Familie Dornkaat, Norden
  • Professor Fresenius Wiesbaden (1906)
  • Fabrikant Emil Miele, Bielefeld
  • Konsul Milchsack, Duisburg
  • Frau Brigitte Horney, Berlin
  • Buchdruckereibesitzer Giradet, Essen
  • Graf Lambsdorf
  • Frau Getrud Reemtsma